Die 4 Erfolgsfaktoren beim Führungseinstieg.
Stell dir vor, du bist die grossartigste Führungsperson, die du sein kannst. Stell dir vor, dein Team performt in Bestleistung. Woran würdest du das merken?
Wenn ich mit jungen Führungspersonen spreche, zeichnet sich oft der Wunsch nach einem energievollen Team. Gegenseitiger Unterstützung und guter Stimmung. Aber auch einem kraftvollen, authentischen und effektivem selbst. Sie möchten grossartiges erreichen. Sich selbst, andere Menschen, Teams, Organisationen zum positiven verändern. Tolle Dienstleistungen erbringen und Personen in ihrer Bestform aufgeblüht sehen. Sie wünschen sich, sich mehr um freudvolle Arbeiten kümmern zu können. Und dabei gleichzeitig persönlich ausgeglichen zu sein. Sich rundum fit und gesund zu fühlen. Geistig und körperlich. Mit ihrem Team im Flow zu sein und am Arbeitsplatz gute Stimmung zu geniessen. Kurz: Mehr Freude. Mehr Output. Mehr Energie.
Zurück in die Realität: Besonders Führungspersonen in ihren ersten Jahren fühlen sich oft in verschiedenen Bereichen unausgeglichen. Beispielsweise in ihrer persönlichen Lebensgestaltung. Das Privatleben kommt zu kurz, die Gesundheit ist aus den Fugen und die Energie fehlt. Oder unausgeglichen bei der Arbeit: Sie sind im ständigen Spannungsfeld zwischen Erwartungen. Verspüren grossen Druck und hohe administrative Belastung. Dabei wollten sie doch einfach nur Menschen aufblühen lassen, ein kraftvolles Team formen und tolle Arbeit abliefern. Aber dazu fehlt die Zeit. Diese Unwirksamkeit macht unsicher: Sie stürzt in den negativen Teufelskreis … Nichts funktioniert. Ich bin keine gute Führungsperson. Ich halte diesem Druck nicht stand. Ich bin nicht gut genug. Was mache ich falsch?
Das widerspiegelt sich auch in Statistiken: Je nach Quelle steigen bis zu 50 % aller Führungseinsteiger:innen nach ihrer ersten Führungsrolle wieder aus. Das führt zu sehr hohen Kosten. Und zu viel verlorenem Potenzial.
Gängige Bewältigungsstrategien ziehen noch tiefer in den Teufelskreis: Viele fangen an, mehr zu arbeiten. Das bringt nicht nur schlechteren Output, sondern beeinflusst die Gesundheit negativ. Die Arbeit wird noch ineffektiver. Einige fangen an, sich Führungstricks und Führungsstile von anderen Personen anzueignen. Das kann funktionieren, ist aber auch etwas Zufall. Und es fühlt sich vor allem irgendwie falsch an. Selbst wissenschaftliche Führungsmodelle sind nicht universell. Ohne Angleichung an die eigene Situation ist auch da Glück gefragt. Das führt mitunter dazu, dass in hektischen Situationen immer intuitiver und impulsiver reagiert wird. Emotional gesteuerte Reaktionen oder Bauchentscheide führen wiederum zu unkontrollierten Auswirkungen im Umfeld.
Die Lösung: Bewusst in den Bereichen anzusetzen, die diese destruktive Dynamik aushebelt. Es gilt, die Basis zu schaffen, die eine Schieflage verunmöglicht. Je schneller an dieser Basis gearbeitet wird, desto besser. Führungstechniken sind ein Teil davon. Aber auch 3 weitere Bereiche sind essenziell:
Basis Element 1
Balance
Du musst für eine ausgewogene Balance sorgen. Viele sprechen da von der Work-Life-Balance. Diese ist wichtig, um Harmonie zwischen Beruf und Privatleben zu schaffen. Sie kann zeitweise in die eine oder andere Richtung kippen, sollte dich aber unter dem Strich immer glücklich machen. Dir Energie liefern. Und Freude bereiten. Das ist die wichtigste Grundvoraussetzung. Wenn du selbst nicht in deiner besten Version auftreten kannst, wie kannst du es dann von anderen verlangen? Es geht aber auch um die Balance in deiner Führungstätigkeit. Wie gewichtest du beispielsweise verschiedene Ansprüche? Zu was sagst du ja, zu was sagst du nein? In der Führung stehen wir oft zwischen verschiedenen Erwartungen, Zielen und manchmal auch Fronten. Einige sind unlösbare Dilemmas, in denen wir uns mutig entscheiden müssen. Es gilt genau diesen Mut, die Selbstsicherheit und eigene Resilienz aufzubauen.
Basis Element 2
Authentizität
Du kennst wahrscheinlich deine eigenen Stärken und Schwächen. Aber wertschätzt du sie auch? Akzeptierst du dich so wie du bist, mit all deinen Superkräften? Diese müssen selbstsicher in der Führung eingesetzt werden können. Und auch hier, braucht es Mut, eigene Schwächen zu anerkennen. Und sie auszugleichen, falls sie wirklich hinderlich sind. Authentisch zu sein, heisst aber nicht, sich wie eine Dampfwalze durch die Karriere zu bewegen. Sondern auch offen zu sein. Anzunehmen, zu kopieren und zu experimentieren und damit seinen eigenen Führungsstil zu kreieren. Das wird dich längerfristig Glücklicher machen. Aber auch effektiver, da du deine Exzellenz voll ausleben kannst.
Basis Element 3
Souveränität
Wer kennt es nicht, die emotionalen oder hektischen Situationen in denen wir nicht mehr uns selbst sind. Wir reagieren impulsiv. Ziehen uns zurück, schlagen gekränkt um uns oder sind extrem überschwänglich. Im besten Fall merkt man im Anschluss… Huch, da war ich nicht mich selbst. Im schlechtesten Fall erleben wir dieselbe Situation immer wieder. Im besten Fall lernen wir mit jedem Mal besser zu reagieren. Fähigkeiten wie emotionale Intelligenz oder Resilienz sind da zentral. Sie ermöglichen uns, die erlernten Führungsfähigkeiten und Stärken gezielt einzusetzen. Ohne diese Grundlage, reagieren wir in Ur-Instinkten. Dem Fight, Flight, Freeze Modus. Aus einer Situation zu fliehen, in ihr zu kämpfen oder auszuharren kann zwar durchaus Sinn machen. Aber nur, wenn es aus einer kontrollierten Entscheidung heraus geschieht und wir auch andere Handlungsmöglichkeiten abwägen können.
Basis Element 4
Effektivität
Wenn die ersten 3 Grundvoraussetzungen gegeben sind, sind wir in der Lage uns auch in herausfordernden Situation gezielt zu steuern. Aber wohin steuern wir nun? Dazu braucht es Erfahrung, oder die Kenntnis über Führungs-Best-Practices. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Organisationslehre, Teamdynamik sowie psychologischem Wissen für den Umgang mit sich selbst und anderen. Die ersten 3 Basis-Elemente helfen übrigens, sich im Dschungel dieser vielen Führungsmodelle zurechtzufinden. Sie helfen, Modelle ausgewogen, authentisch und souverän einzusetzen.
Wo setzt du nun an?
Finde heraus, welcher Bereich für dich den grössten Hebel bietet. Welcher Faktor bringt dein Fundament aktuell in Schieflage?
Und streiche ein wichtiger Irrtum aus deinem Kopf: Mehr ist mehr. Schaue stattdessen darauf, was du in diesem Bereich bereits gut kannst. Wie kannst du das verstärken? Was waren deine Erfolgsrezepte in Vergangenheit? Und hast du allenfalls hinderliche Angewohnheiten? Arbeite daran, sie aus der Welt zu schaffen.
Das tönt sehr simpel. Ist es auch. Aber allemal ein lebenslanger Prozess.
Unsere kostenlose Scorecard hilft dir kostenlos dabei, dein Potenzial-Basiselement zu finden. https://workandgrow.ch/scorecard